GRÜN handeln: Unser Programm für Hamm

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Am 13. September 2020 sind Sie aufgerufen, an der Kommunalwahl teilzunehmen. Damit haben Sie die Gelegenheit, auf die Entwicklung der Stadt Hamm einzuwirken.

Es geht um die Stadt, in der wir leben – und um noch viel mehr.
Nach 20 Jahren Stillstand in Sachen Klimaschutz und Verkehrswende ist es dringender denn zuvor, GRÜN zu handeln. Greta Thunberg und die Jugendlichen von Fridays-for-Future haben inzwischen auch weite Teile der regierenden Parteien und der Verwaltung wachgerüttelt. Nur durch ein schnelles, beherztes Umsteuern sind die festgelegten Ziele des Pariser Klimaabkommens, die Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles, noch erreichbar. Die Folgen eines unbegrenzten Klimawandels sind bekannt.

Jetzt ist die Zeit, GRÜN zu handeln.
Die GRÜNEN wollen Ihnen mit diesem Wahlprogramm einen Weg vorschlagen, wie Hamm in eine gute, klimaneutrale, dabei aber sozial gerechte, lebenswerte Richtung weiterentwickelt werden kann. Wir laden Sie ein, diese Ideen mit uns zu diskutieren.

Der Klimaschutz und die Anpassung an den schon eingetretenen Klimawandel ist der Schwerpunkt unseres Programms. Es ist ein allumfassendes Thema und durchzieht alle Lebens- und Politikbereiche. Es gilt, dass wir uns gemeinsam aufmachen müssen, GRÜN zu handeln.

Klimaaktionsplan und Klimafolgenanpassungskonzept sind erste Ansätze für die Neuausrichtung der Verwaltung. Konzepte allein reichen jedoch nicht. Es gilt, diese auch konsequent und mutig in praktisches Handeln umzusetzen. Ein „Weiter-wie-bisher“ darf es nicht geben.
Dies hieße, unsere Zukunft fahrlässig zu verspielen.

Natürlich brauchen Menschen Wohnungen, in denen sie sich wohlfühlen können, weil sie genügend Platz bieten, gesund sind und bezahlbar. Wir alle wollen in Stadtvierteln leben, die ein friedliches, sicheres Miteinander unter Nachbarn ermöglichen und die Entstehung sozialer Spannungen vermeiden. Wir wollen nicht unter den Emissionen eines immer noch zunehmenden Auto- und LKW-Verkehrs sowie der Zulieferverkehre des Online-Handels leiden, wir wünschen uns grüne Erholungsräume und wollen für Behördengänge und den täglichen Einkauf nicht durch die halbe Stadt fahren müssen. Kindergärten und Schulen sollen da geplant
werden, wo sie ohne großen Aufwand – auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad – erreicht werden können. Und die Innenstadt muss so sein, dass wir sie gerne aufsuchen, sei es zum Einkaufen, um andere Menschen zu treffen, um städtische Kultur zu erleben oder auch nur zum Bummeln.

Alle Städte, auch Hamm, haben ihre Geschichte. Viele Gebäude, Straßen und Plätze sind uns allen seit Langem bekannt. Wenn sie verschwinden oder ihr Gesicht völlig verändern, empfinden wir das als Verlust. Es kommt uns darauf an, die wertvollen Seiten unseres städtebaulichen Erbes zu erhalten, zu pflegen und wo nötig zu restaurieren.

So, wie wir das bauliche Erbe unserer Stadt schützen wollen, müssen wir auch das ökologische Potenzial Hamms nicht nur erhalten, sondern angesichts der neuen Herausforderungen deutlich ausbauen. Freiflächen, Alleen und Parks sind ein hohes Gut, das unsere Stadt von vielen anderen Kommunen unterscheidet. Hier gilt es, GRÜN zu handeln und die Weiterentwicklung dieses Schatzes für die Anpassung der Stadt an den Klimawandel zu nutzen.

Die Digitalisierung der Gesellschaft stellt uns vor besondere Herausforderungen. Nicht nur der dafür notwendige Ausbau der Infrastruktur muss organisiert werden. Die gesellschaftlichen Veränderungen werden alle Bereiche unseres Lebens erfassen. GRÜN handeln heißt, den solidarischen Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger, das demokratische Gemeinwesen zu fördern und zu schützen.

Allerdings wird es nicht ausreichen, allein die Lebensqualität in Hamm zu verbessern, weil nur derjenige am städtischen Leben in allen Facetten teilhaben kann, der wirtschaftlich ingesicherten Verhältnissen lebt. Deswegen legen wir großen Wert darauf, das Bildungs- und Ausbildungsniveau auf allen Ebenen weiterhin zu verbessern, und zwar vom Kindergarten über die Schulen bis zur Berufsausbildung oder dem Studium in Hamm. Und nicht zuletzt wollen wir daran arbeiten, jeder und jedem die Chance auf einen Arbeitsplatz zu eröffnen, der sicherstellt, dass niemand auf Hilfen durch den Staat angewiesen ist.

Am Ende sei auch dies gesagt: es gibt für die Stadt Hamm keine „Zukunft auf Pump“. Wer der Jugend einen Schuldenrucksack auflädt, der sie erdrückt, verspielt schon heute alle Entfaltungsmöglichkeiten von morgen. GRÜN handeln heißt deshalb, die vorhandenen Ressourcen für die Zukunftsaufgaben umzuverteilen.

Unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten Erde ist auf Dauer nicht machbar. Deswegen: GRÜN handeln – jetzt!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, von nichts lebt eine Stadt mehr als von der Bereitschaft ihrer Menschen, sich mit ihren Fähigkeiten am städtischen Leben zu beteiligen. Mitarbeiten wird aber nur der, dessen Meinung frühzeitig gehört und ernst genommen wird. Wir wollen
wirkliche Bürgerinnenbeteiligung, wir wollen Bürgerinnenbeteiligung auf Augenhöhe. Denn nur mit Ihnen gemeinsam können wir es schaffen, GRÜN zu handeln.

Das gesamte Programm zum Download als PDF (2 MB).