Was beschäftigt die Menschen in Hamm? Wie soll unsere Stadt in Zukunft aussehen? Diesen Fragen haben sich Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen in Hamm zwei Monate lang ganz direkt gestellt. Unter dem Motto „Grüne hören zu“ führten sie über 400 intensive Gespräche mit Bürger*innen in der Innenstadt. Das Ziel: zuhören und verstehen.
Viele Anliegen der Bürgerinnen drehten sich um die Innenstadt, dass die Stadt Hamm sauberer werden sollte. Bürger*innen wünschten sich eine attraktivere Innenstadt mit mehr Grün, mehr kühle Orte und mehr Spielmöglichkeiten für Kinder. „Buden“ für Präsentationen von Start-Ups und Bürgerinitiativen könnten die Innenstadt weiter beleben. Auch sollte die Stadt grüner werden: mehr Bäume pflanzen, u. a. im Lippepark, Auenpark, R-Cafe und am Burghügel Mark. Bezahlbares Wohnen und eine altersgerechte Quartiersentwicklung sowie die Bekämpfung von Leerständen wurde thematisiert. Schlimm fanden einige Bürger*innen die „Schottergärten“ und „Plastikzäune“ als Ersatz für Wiesen und Hecken. Obst sollte nicht mit Gift bespritzt werden und die Produktion lokaler Lebensmittel sollte mehr gefördert werden. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Bürger*innen war die Verkehrspolitik. Forderungen nach mehr Tempo-30-Zonen, Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer*innen (z. B. an der Baustelle Westentor), bessere Berücksichtigung bei Ampelschaltungen, Festschreibung des 58 €-Tickets und mehr Überwachung des Auto(Raser)-Verkehrs kamen mehrfach auf.
Sozialpolitisch wurde oft angesprochen, dass Krankenhäuser, Kitas und Pflegeeinrichtungen besser ausgestattet werden sollten, personell wie finanziell. Auch wünschten sich Bürger*innen, die lokale Drogenszene, speziell im Nordpark, weiter zu verringern.
Insgesamt sehen die Grünen sich mit ihrem Wahlprogramm gut aufgestellt. „Den Bürger*innen geht es um Aufenthaltsqualität in Hamm, grün spielt dabei eine große Rolle“, sagt Lisa Nowak, Spitzenkandidatin. „Hier setzen wir mit 1000 Bäumen, artenreichen Wiesen auch in der Innenstadt und weniger Versiegelung an.“ Im Zentrum des Wahlprogramms stehen auch bezahlbares Wohnen, lebendige Quartiere und eine eine faire Aufteilung des Verkehrsraums – für Fußgänger*innen, Rad, Bus und Auto. „Das Bedürfnis nach sicherer, barrierefreier und nachhaltiger Mobilität ist riesig – und genau da liefert unser Wahlprogramm die passenden Lösungen“, erklärt Matthis Arndt, ebenfalls Spitzenkandidat.
Vergleichsweise wenig angesprochen wurde der Natur- und Klimaschutz. „Doch auch hier haben wir ein klares Profil, Klima und Umweltschutz ist Menschenschutz. Wir möchten u.a. den Fokus auf unsere Wälder legen. Diese möchten wir natürlich entwickeln, damit sie klimaresistent und ökologisch wertvoll sind“.
Kritik an Politik ernst nehmen – und im Dialog bleiben
Auch kritische Stimmen kamen zu Wort: zur Bundespolitik zur Unterstützung der Ukraine zur Flüchtlingspolitik oder zum Umgang mit Klimathemen. Einige äußerten Frust über die allgemeine politische Kommunikation. „Gerade deshalb ist es so wichtig, über alle Blasen hinweg ansprechbar zu sein“, betont Nelli Soumaoro, Sprecher des Kreisverbands. „Der Dialog endet nicht mit dem Wahlkampf. Wir bleiben dran – auch zwischen den Wahlen.“