CDU-MIT will Teilzeit beschneiden – Grüne kritisieren realitätsfernen Vorstoß
Hamm, 29.01.2026
Ein Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), einer Untergliederung der CDU, den Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig nur noch in Ausnahmefällen zu ermöglichen, stößt bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hamm auf deutliche Kritik. Die Forderung geht an der Lebensrealität vieler Beschäftigter vorbei und setzt in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels die falschen arbeitsmarktpolitischen Signale.
Teilzeitarbeit ist für viele Menschen keine freiwillige Komfortentscheidung, sondern eine notwendige Voraussetzung, um Beruf, Familie und Pflege miteinander vereinbaren zu können. Auch in Hamm zeigt sich seit Jahren, dass flexible Arbeitszeitmodelle ein zentraler Baustein für eine funktionierende Arbeitswelt sind.
„Der Vorstoß der CDU-Untergliederung MIT verkennt, warum Menschen in Teilzeit arbeiten“, erklären das Sprecher-Team der Hammer Grünen, Barbara Steinke und Nelli Soumaoro, gemeinsam. „Viele Beschäftigte reduzieren ihre Arbeitszeit nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil Betreuungsangebote fehlen, Pflegeverantwortung übernommen wird oder Arbeitszeiten nicht flexibel genug sind. Statt Teilzeitrechte infrage zu stellen, braucht es politische Antworten auf diese strukturellen Probleme und eine Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“
Ergänzend erklärt Marco Safar, neuer Sprecher des Grünen Arbeitskreises Soziales und Teilhabe in Hamm:
„Gerade jetzt, wo die Babyboomer-Generation schrittweise in Rente oder Pension geht, benötigen wir attraktivere und flexiblere Arbeitszeitmodelle, um Beschäftigte im Arbeitsmarkt zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Teilzeit einzuschränken ist das genaue Gegenteil. Wird dieser Ansatz weiterverfolgt, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob als Nächstes Gleitzeit oder andere flexible Arbeitszeitmodelle infrage gestellt werden.“BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hamm sprechen sich klar für den Erhalt des Rechtsanspruchs auf Teilzeit aus. Statt rückwärtsgewandter Forderungen braucht es Investitionen in verlässliche Kinderbetreuung, gute Pflegeinfrastruktur und zeitgemäße Arbeitsbedingungen, die echte Wahlfreiheit ermöglichen.