„Grüne hören zu: Wie klappt’s eigentlich mit den ABC-Klassen?“ – Fachgespräch in Hamm

Hamm. Wie kann Sprachförderung für Kinder vor dem Schuleintritt gelingen – und welche Herausforderungen bringt die Einführung der ABC-Klassen mit sich? Darüber sprachen am Freitag die Hammer Grünen mit ihrer bildungspolitischen Sprecherin im Landtag, Lena Zingsheim-Zobel.

Die Moderation übernahm Julia Später vom Arbeitskreis Bildung sowie Mitglied im Ausschuss für Schule, Ausbildung und Freizeit. Sie zeigte, dass rund 29 Prozent eines Jahrgangs – etwa 600 Kinder pro Jahr –zusätzliche Sprachförderung benötigen. „Das ist, als würden wir eine neue Schulform organisieren“, verdeutlichte Später den Umfang der Aufgabe. Dabei sei der Bedarf innerhalb des Stadtgebiets sehr unterschiedlich verteilt: „Wir müssen genau hinschauen, bis hinein in die Straßenzüge.“

In ihrem Beitrag betonte Zingsheim-Zobel, dass die Initiative für die ABC-Klassen grundsätzlich richtig sei: „Es ist völlig richtig, dass Kindern, die zu Beginn der Grundschule noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, gezielt geholfen wird.“ Sie berichtete den Hammer Grünen ehrlich und konkret aus dem Bildungsausschuss und Schulministerin Dorothee Feller im Landtag. Sie betonte zudem, dass es bei den Maßnahmen nicht um Diskriminierung gehe, sondern um Chancengerechtigkeit für alle Kinder. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es bei der konkreten Umsetzung noch Verbesserungsbedarf und zahlreiche offene Fragen gebe.

Ratsherr Matthis Arndt erzählte, wie es in Hamm bisher ohne ABC-Klassen funktioniert – mit dem Kommunalen Unterstützungssystem (KUS). Dieses habe sich bewährt und werde bald ausgeweitet, sodass mehr Schulen und Kinder profitieren. Lena Zingsheim-Zobel zeigte sich an diesem Ansatz besonders interessiert. Und Arndt äußerte mit Blick auf die Umsetzung in Zeiten der Haushaltskonsolidierung seine Sorge: Zwar betone die Landesregierung, dass die Finanzierung aus Landesmitteln erfolge. Doch blieben Fragen offen. „Aber wer bezahlt die Organisation?“, so Arndt.

Die Teilnehmenden aus Hamm nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Bedenken einzubringen. So wurde unter anderem kritisch gesehen, dass fünfjährige Kinder für die Förderung mit dem Bus zu Grundschulen gebracht werden könnten. Auch wurde angemerkt, dass die Durchführung durch Grundschullehrkräfte als Abwertung der Arbeit von Erziehenden in Kindertageseinrichtungen empfunden werden könnte. Eine weitere Herausforderung sei es, diejenigen Kinder zu erreichen, die keine Einrichtung besuchen. Zingsheim-Zobel nahm diese Hinweise aufmerksam auf und kündigte an, die Anregungen aus Hamm in die weiteren Beratungen im Landtag einzubringen.

Das Gesetz zu den ABC-Klassen befindet sich derzeit im Anhörungsverfahren. Um es praxisnah weiterzuentwickeln, seien Rückmeldungen aus den Kommunen unerlässlich. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Landes- und kommunaler Ebene ist, um tragfähige Lösungen für die Bildungslandschaft vor Ort zu entwickeln.

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