
Der Artikel im WA beschreibt zurecht Lokalpolitik als eine Männerdomäne. Die Grünen in Hamm kommen dabei schlecht weg und dies obwohl sie einen Frauenanteil von mindestens 50 Prozent im Rat stellen werden. Der Analyse liegen die Zahlen der Direktwahlbezirke zugrunde, was für die Grünen irreführend ist. Die Direktwahlbezirke gehen zumeist an CDU oder SPD, ähnlich wie im Bundestagswahlkampf. Kleinere Parteien, wie die Grünen, ziehen ihr politisches Personal aus den Ratsreservelisten.
Mein Statement dazu: „Wir haben unseren Job gemacht, unsere Ratsliste und unser Spitzenteam paritätisch aufgestellt. Frauen werden zu 50 Prozent in unserer Ratsfraktion vertreten sein. Wir gehen mit einer Doppelspitze aus Frau und Mann in den Wahlkampf. Das ignoriert die Analyse durch die Betrachtung der Direktwahlmandate völlig.

Die wichtigste strukturelle Herausforderung in der Gleichstellungsarbeit ist die sinkende Repräsentanz von Frauen mit jeder Karrierestufe, in der Wirtschaft wie in der Politik. Ursache sind Machtstrukturen, Netzwerke und dann kümmern sich Frauen auch noch zum großen Teil um Haushalt und Care-Arbeit. Im Schnitt stellen Frauen 30,5 % in den kommunalen Vertretungen, was schon zu wenig ist. Oberbürgermeister*innen sind gerade mal zu 10% weiblich! Bei der Betrachtung der Gleichstellung von Frau und Mann ist es wichtig, genau hinzuschauen und vor allem Frauen in Spitzenpositionen zu bringen! Wir sind alle noch nicht am Ende mit der Förderung von Frauen! Wir wissen, dass wir auf den Listen für die Bezirksvertretung und bei den Direktwahlkandidat*innen diesem Anspruch noch nicht gerecht werden und echte Parität herstellen müssen. Umso wichtiger ist es, diese Diskussion sehr differenziert und auch kritisch zu führen! Ich bin stolz in einer Partei zu sein, die Frauen fördert wie keine andere und das erfolgreich!“
Lisa Nowak