Dürre und Hitze

Pressemitteilung: Jetzt handeln für ein klimaresilientes und lebenswertes Hamm


Die zunehmende Trockenheit und die aktuellen Hitzewellen zeigen deutlich: Die Folgen
des Klimawandels sind längst auch in Hamm angekommen. Landwirtschaft, Wälder,
Gewässer und die Trinkwasserversorgung geraten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig
belasten extreme Temperaturen insbesondere ältere Menschen, Kinder und
gesundheitlich vorbelastete Personen. Für die GRÜNEN in Hamm ist deshalb klar:
Klimaschutz und Klimafolgeanpassung müssen zusammen gedacht und konsequent
vorangetrieben werden.

„Dürreschutz ist Klimaschutz – und Klimaschutz ist der beste langfristige Schutz vor
zunehmender Trockenheit“,
betont Nelli Soumaoro, Co-Sprecher der Hammer Grünen.
Gleichzeitig müsse der Umgang mit der knapper werdenden Ressource Wasser
vorsorgender werden. Regenwasser müsse möglichst vor Ort gehalten werden – etwa
durch Entsiegelung, begrünte Dächer, Rückhalteflächen, Zisternen und naturnahe
Gewässer. Gesunde Böden, Humusaufbau und wassersparende
Bewirtschaftungsmethoden könnten ebenso dazu beitragen, Wasser in der Region zu
halten.
Dabei dürfe Dürre nicht allein als Problem von Natur und Landwirtschaft betrachtet
werden. Sie sei auch eine soziale Frage. Steigende Lebensmittelpreise infolge von
Ernteausfällen, mögliche Engpässe bei Trinkwasser oder steigende Energie- und
Lebenshaltungskosten träfen Menschen mit geringem Einkommen besonders stark.
„Klimaanpassung darf kein Luxus sein. Wasser, Schatten und Schutz vor den Folgen
des Klimawandels dürfen keine Frage des Geldbeutels werden“,
so Grünen-CoSprecherin Barbara Steinke. Deshalb brauche es öffentliche Investitionen und gezielte
Unterstützung für besonders betroffene Menschen. Gerade in dicht bebauten und sozial
benachteiligten Quartieren seien Bäume, Schattenplätze, Trinkbrunnen und kühle
Aufenthaltsorte wichtig; auch Krankenhäuser und Seniorenresidenzen müssten
entsprechend ausgestattet sein.


Lisa Nowak, Co-Fraktionssprecherin warnt zugleich davor, bei jeder Hitzewelle lediglich
mit kurzfristigen Maßnahmen zu reagieren. „Was zu tun ist, ist hinlänglich bekannt:
CO₂-Ausstoß reduzieren, Versiegelung stoppen, Baumpflanzungen erhöhen“,
lautet
ihre Forderung. Klimaschutz dürfe nicht hinter hektischem Aktionismus zurückstehen.
Auch beim Hitzeaktionsplan der Stadt Hamm müsse neben dem Schutz der Menschen
der Schutz von Fauna und Flora stärker berücksichtigt werden.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Folgen von Hitze bereits heute konkret
abzumildern. Beispiele aus spanischen Städten wie Valencia, Barcelona und Sevilla
zeigen, wie Sonnensegel, Bäume, Begrünung, weniger versiegelte Flächen, reduzierte
Verkehrsbelastung sowie Wasser- und Kühlmöglichkeiten öffentliche Räume deutlich
angenehmer machen können. Auch in Hamm besteht insbesondere an stark versiegelten
und wenig beschatteten Orten noch erhebliches Potenzial. Der Marktplatz ist dafür ein
sichtbares Beispiel.

„Eine klimaangepasste Stadtplanung muss konsequent mehr Schatten, mehr Grün
und weniger versiegelte Flächen schaffen“,
fordert die Lisa Nowak, die auch
Vorsitzende im Ausschuss für Klima-, Umwelt- und Naturschutz ist. Dazu gehöre auch,
die vorhandenen Bäume besser durch Dürreperioden zu bringen und das Grünflächenamt
mit ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen auszustatten. Bei
Neupflanzungen müssten zudem Baumarten ausgewählt werden, die mit den
klimatischen Bedingungen der kommenden Jahrzehnte zurechtkommen – ohne dabei
Biodiversität und ökologische Funktionen aus dem Blick zu verlieren.
Hamm habe bereits wichtige Schritte eingeleitet: die Karte der kühlen Orte, den
Hitzeaktionsplan, die Prüfung von Schwammstadt-Elementen bei Bauvorhaben und das
1.000-Bäume-Programm. Auch der Schutz und die ökologische Aufwertung der
Westlichen Heidewälder sowie Maßnahmen zur Klimaneutralität der Stadt und ihrer
Tochtergesellschaften bis 2035 seien wichtige Bausteine. Wärmewende, Elektrifizierung
der städtischen Fahrzeugflotte, Photovoltaik, Radverkehr und die Beratung durch die
Klimaagentur müssten konsequent weitergeführt werden.

Für die Hammer Grünen steht deshalb fest: Die Klimakrise lässt sich nicht allein durch
Anpassung bewältigen – und Klimaschutz allein schützt die Menschen nicht vor den
Folgen, die bereits heute spürbar sind
. Es braucht beides: konsequente Reduktion der
Treibhausgasemissionen und eine Stadt, die sich auf zunehmende Hitze und Trockenheit
vorbereitet. Wasser zurückhalten, Böden und Natur schützen, Flächen entsiegeln, Bäume
und Grün stärken und besonders gefährdete Menschen schützen – so könne Hamm
klimaresilienter und zugleich lebenswerter werden.

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